Manager vs. Entrepreneur – vereinbar: ja, nein, vielleicht?

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Immer wieder wird die neue Rolle des Managers diskutiert: ein Manager soll einerseits analytisch, andererseits kreativ und unternehmerisch sein. Nach Reingold Sprenger ist dies nicht möglich, ein Manager ist nicht ausgebildet, um zu experiementieren; wenn er ein Entrepreneur wäre, wäre er nicht Manager geworden. Ja, da ist natürlich etwas Wahres dran.
Dennoch stellt sich die Frage, ob man es wirklich in der VUKA-Welt mit starren Strukturen zu tun hat und wo genau (außer teilweise in Administration und bestimmt in Controlling 🙂 ) sie zu finden sind.

Heutzutage haben wir keine starren Ziele, sondern Zielfelder, und keine starren Prozesse, wir müssen agil bleiben. Wir haben Loops und keine linearen Abläufe, überall, ob auf persönlicher oder Unternehmensebene. Und die Manager initiieren und begleiten diese Prozesse, obwohl sie immer wieder vom traditionellen Management abweichen: keine statischen Regeln, starre Zustände und kein Gleichgewicht in diesem Sinn, sondern viel Dynamik, Muster, die zuerst identifiziert werden müssen und Prozesse, die als “Loop im Loop” ablaufen. Tun denn die Entrepreneure bewusst oder instinktiv nicht dasselbe? Und noch weiter gefasst, welche “traditionellen” Managementwerkzeuge funktionieren noch? Wie ich in meiner Publikation über Porter´s 5 Forces erwähnt habe, ist das Tool nur teilweise einsetzbar in einer Welt, in der die Branchengrenzen verschmelzen. Auf diese Weise werden die traditionellen Tools angepasst und weiterentwickelt, teilweise von Entrepreneueren in Aktionsforschungsprozessen. Und die Manager dürfen sie nur auf Unternehmensgröße ausrollen.

Also verschmelzen die Rollen von Manager und Entrepreneur? Soll ein Manager ein Entrepreneur sein? Oder ein Entrepreneur ein Manager? Ich würde behaupten, ja. Die neue Generation von Managern soll beides in sich vereinbaren und beides gut beherrschen, sogar wenn es ein Widerspruch in sich ist. Es ist wie ein Spiel mit einem Papierdrachen im Wind – man lässt ihn höher oder tiefer fliegen, lässt Freiheiten zu, die Richtung, die vorgegeben ist, trotzdem schnell zu ändern – voll im Bewusstsein wo das Ziel liegt.